Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist eine Weiterentwicklung der klassischen Psychoanalyse. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der tiefenpsychologische Ansatz von den aktuellen psychischen Konflikten ausgeht. Dem “Jetzt” wird die Bedeutung zuerkannt. Daher dient das Aufgreifen der Kindheits- und Jugenderlebnisse primär dem Ziel, die aktuellen, einschränkenden Einstellungen des Patienten zu verändern.
Die Therapie findet im Sitzen statt. Eher in einer alltäglichen Gesprächssituation kann der Therapeut also Mimik und Gestik des Patienten sehen und deuten. Die Einzel- oder Gruppensitzung finden in der Regel einmal die Woche statt und dauert in der Einzelbetreuung 50 Minuten und in der Gruppensitzung 1 Stunde 40 Minuten.
Die Gesamtdauer der Therapie richtet sich nach den Beschwerden und Bedürfnissen der Patienten. Nach den ersten fünf probatorischen Sitzungen in denen der Therapeut eine ausführlich Diagnostik und Therapieplanung erstellt, wird dem Patient die Möglichkeit geboten, eine Vertrauensbeziehung zum Therapeuten aufzubauen. Danach wird ein formaler Antrag über zunächst 25 Behandlungssitzungen bei der Krankenkasse gestellt, der üblicherweise auch genehmigt wird, es sei denn, der Patient hätte innerhalb der letzten zwei Jahre bereits eine Psychotherapie durchgeführt. In diesem Fall müsste eine Begründung in Form eines Gutachten an die Krankenkasse seitens des Behandlers erfolgen.
Gegen Ende des beantragten Behandlungskontingentes steht evt. die Frage nach der Behandlungsverlängerung an. Kommen Patient und Therapeut zur Einschätzung, die Behandlung fortzusetzen, begründet der Therapeut in einem Gutachtenverfahren die Behandlungsverlängerung. Maximal werden 100 Therapiesitzungen von der Krankenasse liquidiert.
Das Verfahren ist für das gesamte Spektrum der psychischen Störungen wie Ängste, Depressionen, Zwänge, Süchte, Persönlichkeitsstörungen und psychosomatische Störungen geeignet. Eine Kontraindikation besteht für psychotische Störungen.
Die klassische Hypnose prägte bis heute das öffentliche Bild der Hypnosebehandlung. Hier wird mittels des veränderten Bewusstseinszustandes (Trance) eine erhöhte Suggestibilität des Patienten hergestellt, in dem vom Therapeuten gegebene direkte Suggestionen eine besondere Wirkung haben, die auch im Alltag des Patienten wirkten. Bezogen wurde sich rein symptomorientiert auf das problematische Verhalten, ohne nach den dahinterstehenden psychodynamischen Zusammenhängen zu fragen.
Diese starke Symptomfixierung der klassischen Hypnose wird heute durch die moderne Hypnotherapie ergänzt. Ging es vormals im wesentlichen um die erhöhte Suggestibilität, steht heute der bessere Zugang zu den Gefühlen im Vordergrund. Anstelle der Setzung direkter Suggestionen werden in der modernen Hypnotherapie die belastenden Gefühle des Patienten, die den Leidensdruck herstellten in der Trance bearbeitet. Daher ist die Lebensgeschichte des Patienten von hoher Relevanz und mit einem frühen Trauma verbundene Gefühle und Konflikte werden in der hypnotischen Altersregression bearbeitet, d.h. die belastenden vormaligen Situationen werden erinnert, wiederholt und mit hypnotisch induzierten positiven Emotionen, die möglichst aus dem eigenen Erfahrungshorizont des Patienten stammen, neu erlebt.
Die klassische Hypnosetherapie kann demnach als eine Suggestivtherapie in Trance verstanden werden, währenddem die moderne Hypnotherapie eine emotionale Therapie in Trance ist, die das Symptom auf dem lebensgeschichtlichen Hintergrund des Patienten betrachtet. Patienten mit Angst, Minderwertigkeit oder Depression sollen in der therapeutischen Sitzung die ebenfalls vorhandenen, jedoch “verschütteten” Erfahrungen von Selbstvertrauen, Stärke, Hoffnung und Zuversicht machen, um diese im Alltag präsenter zu erleben.
Hypnotherapie ist für Ängste und Depressionen, Zwänge und Süchte das geeignete Verfahren. Eine Kontraindikation besteht für psychotische Störungen.
In einer Vielzahl von Studien wurde ein positiver Einfluss der Hypnotherapie bei psychosomatischen Erkrankungen nachgewiesen. So etwa bei Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Spannungskopfschmerz) und der Atmungsorgane (z.B. Asthma bronchiale), Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis) sowie Erkrankungen der Sinnesorgane (z.B. Tinitus).
Auch als ergänzendes Verfahren rein medizinischer Therapien kann Hypnotherapie etwa bei schmerzhaften Eingriffen in der Chirurgie, Gynäkologie oder Zahnmedizin eingesetzt werden. Auch in der Onkologie, als begleitendes Verfahren während einer Chemotherapie zur Unterdrückung von Übelkeit oder Kontrolle von Schmerz und Angst kann die Hypnotherapie angezeigt sein.